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Junge Menschen stark machen für das Leben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rüdiger Henke   

k_11_eroeff_kl.jpgMit einem Festgottesdienst haben die Evangelische Kirchengemeinde und der Kirchenkreis Wetzlar am Samstag die Eröffnung ihres neuen Jugendzentrums „K 11“ gefeiert. Rund 140 Besucherinnen und Besucher aller Generationen sind zu diesem Anlass in die Untere Stadtkirche, die spirituelles Zentrum für die Jugendarbeit wird, gekommen.

Der von Pfarrer Christian Silbernagel (Wetzlar), Superintendentin Ute Kannemann (Lützellinden), Landesjugendpfarrerin Simone Mechels (Wuppertal) und Elisabeth Wehrenfennig (Wetzlar) gemeinsam gestaltete Gottesdienst stand unter dem Motto „Alte Kirche – modernes Haus“. Die Verschränkung von Alt und Neu wurde im Wechsel des Singens von neuen geistlichen Liedern (begleitet von Jessica Dürrmann, Gesang, Laura Steffen, Gitarre, und Hendrik Steffen, Keyboard) und traditionellen Chorälen (begleitet von Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn an der Orgel) genauso erkennbar wie an den Graffiti-Bildern, die im Innern der alten Franziskanerkirche ausgestellt waren.
k11_vorne_kl.jpgIhrer Predigt legte die neue Landesjugendpfarrerin Simone Mechels die Geschichte von der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda zugrunde (Evangelium des Johannes, Kapitel 5, Verse 1-9). Sie verglich das K11 als „Anlaufstelle“ mit Bethesda. An diesem Teich, an dem nur wenige Kranke hätten geheilt werden können, habe ein erbitterter Konkurrenzkampf stattgefunden bevor Jesus es zu einem „Ort des Erbarmens“ gemacht habe. Jesus habe sich für den Menschen selbst interessiert und ihm wieder auf die Beine geholfen. So solle auch das K11 zu einem Bethesda, einem Ort des Erbarmens als einem Haus der offenen Tür für Jugendliche werden. Es ginge darum, junge Menschen für das Leben stark zu machen –Jugendliche, die beispielsweise am Rande der Gesellschaft lebten, die mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen zurechtkommen müssten oder in der Familie keinen Zugang zum Glauben bekämen. Aufgabe sei es, sich gemeinsam Wege ins Leben zu zeigen und den Jugendlichen im Hinblick auf Jesus, der sie begleite, im neuen Jugendzentrum Selbstvertrauen zu schenken.
Beim anschließenden Sektempfang im K 11 hatten die Gäste Gelegenheit, sich das neue Haus vom Keller bis zum Dach anzuschauen. Neben drei Büroräumen für den Mitarbeiter der Kirchengemeinde für Kinderarbeit, Wolfgang Kruhm, die Jugendmitarbeiterin der Kirchengemeinde, Ulrike Würth, und den Jugendreferenten des Kirchenkreises, Rüdiger Henke, beherbergt das Haus zwei Gruppenräume, einen Seminarraum, einen Teamraum, eine Lounge für gemütliches Beisammensein, eine Küche, einen großen Gemeinschaftsraum sowie einen Billard- und einen Kreativ-Raum. In seinem Grußwort berichtete Architekt Hans Ulrich Keul (Asslar) über die Baugeschichte des K 11. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude sei bislang nur oberflächlich renoviert worden und habe nun im Zuge des Umbaus eine Grundsanierung erfahren. Die Inneneinrichtung hatte die Firma Knorz (Wetzlar), vertreten durch Edwin Amend, übernommen. Zusätzlich kann der Innenhof des Hauses für die Jugendarbeit genutzt werden. So fand trotz des strömenden Regens das Konzert der Jugendgruppe „H.A.T.E“ (Übersetzung nach Angabe der Mitglieder „Botschaften“) im mit Jung und Alt voll besetzten Festzelt großen Anklang.
„Die evangelische Kirche in Wetzlar setzt auf die Jugend!“, so Oberbürgermeister Wolfram Dette, der sich in einem emotionalen Grußwort überwältigt über die Realisierung des K11 zeigte. Kirche stehe auf diese Weise mitten in der Öffentlichkeit. Mit einer Spende der Stadt bedankte er sich für die engagierte Arbeit aller, die zur Entstehung des K11 beitrugen.
Mechels, die erzählte, wie oft sie in Kirchenkreise gerufen werde, die ihre Jugendarbeit aus finanziellen Gründen einschränken müssten, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Mut von Kirchenkreis und Kirchengemeinde belohnt werde und überreichte vom Amt für Jugendarbeit einen Scheck über 3000 Euro. 47.000 Euro waren an Spenden aus der Kirchengemeinde in das rund 450.000 Euro teure Projekt geflossen, das die Stadt Wetzlar zusätzlich mit 7000 Euro unterstützt hatte.
Superintendentin Ute Kannemann hatte zuvor den Reigen der Grußworte unter der Moderation von Jugendmitarbeiterin Stefanie Kötz (Wetzlar) mit ermutigenden Worten für die Verschränkung der Jugendarbeit von Kirchengemeinde und Kirchenkreis eröffnet.
Mit einem Zitat aus Psalm 127,1 stellte abschließend Armin Janfrüchte, Vorsitzender des Jugendausschusses der Kirchengemeinde, das K 11 unter den Segen Gottes: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“

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